Innerhalb eines Proof of Concept konnten wir die ersten praktischen Erfahrungen mit den SQL Server Reporting Services 2016 machen.
Hierbei ging es vor allem um die neuen integrierten mobilen Reports (ehem. DataZen). Ich möchte euch hier gerne den Projektablauf vorstellen und das Ergebnis präsentieren.

Das Projektziel war ein integriertes Dashboard für die Managementebene bereitzustellen. Hierbei ging es darum, möglichst schnell Dienstleistungen abzurechnen.
Das Dashboard sollte also sowohl einen Gesamtüberblick als auch einen Überblick für einzelne Mandantenverantwortliche schaffen und aufzeigen was an Leistungen innerhalb eines Jahres noch abzurechnen ist.

Nun zu den technischen Aspekten:

Die Daten wurden hierfür aus SAP in ein zentrales Data Warehouse geladen. Diese Daten werden einmal täglich über die Integration Services aktualisiert und in einer Faktentabelle aufbereitet.
Für das Dashboard hätten wir direkt eine relationale Datenverbindung aufbauen und die Daten darstellen können. Das Problem war aber die große Menge an Zeilen, die aus der Faktentabelle zurückgeliefert wird. Die Abfrage und Summierung der Werte brauchte ca. 10-15 Sekunden. Dies ist für den Aufruf von Livedaten innerhalb eines mobilen Dashboards zu lange. Wir wollten maximale Ladezeiten von 3 Sekunden realisieren.
Daher wurden die Daten in ein multidimensionales Datenmodell transformiert. Das bedeutet, wir haben die Daten in den SQL Analysis Services in einem Cube verarbeitet. Dieselbe Abfrage, die vorher relational ausgeführt wurde, konnte mit MDX innerhalb von einer Sekunde verarbeitet werden.

Nun haben wir die Reporting Services mit den Daten aus den Analysis Services verknüpft, sodass wir diese für unseren mobilen Bericht nutzen können.
Wir hatten vorher Bedenken, ob es überhaupt möglich ist, auf die SSAS Daten zurückzugreifen. Aber die Mobile Reports integrieren sich hier nahtlos und nutzen die Technologie der SSRS Datasets. Über einen Abfragedesigner können z. B. auf einfache Weise das Dataset und die MDX Query zusammengeklickt werden.

Über den “Publisher für mobile Berichte” lassen sich diese Datasets dann in einen Report einbinden.

ssrs-mobilepublisher

Bild 1: Publisher für mobile Berichte

Eine Schwierigkeit innerhalb des Projektes bestand in der Frage, wie gehe ich mit meinen Fakten überhaupt um und welche Präsentationmöglichkeiten passen optimal? Insbesondere auf den mobilen Endgeräten. Hier muss man sich vom klassischen Reporting loslösen und etwas anders denken.
Wichtig ist es eher zentrale Kennzahlen für den Anwender bereitzustellen, anstatt wie in klassischen Reports Tabellen und umfangreiche Charts. Der Anwender muss also einen zentralen Überblick haben und das meiste mit einem Blick erfassen können.
Innerhalb des PoC-Konzepts haben wir mehrere Dashboard-Entwürfe verworfen und sind agil zu einem neuen Ergebnis gekommen.

Die mobilen Berichte lassen sich relativ schnell entwerfen. Jedoch ist man etwas eingeschränkt bei der Handhabung, wenn man andere Reporting Tools kennt. Zum Beispiel lassen sich Schriften nicht einfach formatieren. In bestimmten Fällen kann keine andere Sortierung von Auswahlfeldern vorgenommen werden und diese ist abhängig von der Sortierung des Datasets.

Für die mobile Optimierung eines Berichts gibt es 3 Layouts:

  1. Klassisch gibt es ein Desktop Layout
  2. ein Tablet Layout
  3.  ein mobiles Layout

Bei jedem Layout bin ich frei bei der Positionierung der einzelnen Steuerelemente.
Hier ein MockUp eines Beispielberichtes:

ssrs-mobile

Bild 2: Mobile Ansichten

Für die jeweiligen Endgeräte gibt es eine mobile App Power BI. (Link)

Über die App können die klassischen On-Premise Reports eingebunden werden.

Innerhalb des Projektes konnten wir unser Ziel erreichen. Das Dashboard wird auf jedem Endgerät in unter 3 Sekunden dargestellt.
Einen Beispielscreen vom letztendlichen Ergebnis möchte ich auch nicht vorenthalten.

ssrs-abrechnugs-cockpit

Bild 3: Projektergebnis

So ist es möglich einen Gesamtüberblick zu bekommen, aber auch eine einzelne Person zu monitoren.
Für weitere Details, zu beispielsweise einem einzelnen Kunden, wurde ein Drill-Trough realisiert.

Fazit:

Microsoft geht mit den mobilen Berichten und SSRS2016 den richtigen Schritt. Die Technologie von SSRS wurde grundlegend überarbeitet und auf HTML 5 umgestellt.
Bei den mobilen Berichten gibt es hier und da noch Verbesserungswünsche, die hoffentlich mit den nächsten Updates umgesetzt werden. Erste Bugfixes wurden nun bereits mit dem SP1 ausgebessert. (Link)
Grundsätzlich kann ich die Verwendung der mobile Reports empfehlen – unser Kunde inkl. der Fachanwender ist sehr zufrieden.

Positiv:

  • Aussehen
  • Bedienung
  • Intuitiv
  • Anbindung SSAS
  • Mobiles Layout und Skalierung

Negativ:

  • Anpassbarkeit Schriften, Farben
  • Sortierung von Dropdowns
  • Kleinere Bugs und Abstürze des Designers

Zukünftig bin ich auf die Integration von PowerBI in die SSRS sehr gespannt und hoffe auf eine ähnlich gute Integration wie mit DataZen.
Weitere Informationen hierzu könnt Ihr hier im SQL Server Reporting Services Blog nachlesen. (Link)