Inzwischen ist es den meisten Führungskräften sehr bewusst, dass die digitale Transformation eine Chance sein kann. Die Frage ist nicht mehr, ob die digitale Zukunft und damit der technische Fortschritt kommt, sondern wie man diese Zukunftspotentiale nutzt, um ein Unternehmen nach vorne zu bringen. “Hier eine App und dort ein Chief Digital Officer reichen nicht, um ein veraltetes Geschäftsmodell umzukrempeln.”¹ Kleine, oberflächliche Veränderungen ändern nichts an den grundsätzlichen Prozessen in einem Unternehmen.

Eine echte digitale Transformation erfordert vielmehr eine tiefgreifende Veränderung. Das neue Denken und die Einstellung gegenüber Veränderungen in den Unternehmensprozessen muss von der Führungsebene im Unternehmen vorgelebt werden. Oberflächliche Maßnahmen spiegeln sich höchstens in kleinen Prozessen oder Abteilungen wieder; ein Umdenken von Oben bewirkt aber eine Veränderung im gesamten Unternehmen über alle lokalen Abteilungen hinweg. Jede Branche funktioniert aufgrund alter Vorgehensweisen und Vorstellungen davon, wie Wertschöpfung erfolgen sollte. In der Praxis dominiert also oft noch die Haltung, dass die geforderten Veränderungen nicht so groß sein werden und die Tagesaktivitäten weiterlaufen können wie bisher.

Digitale Transformation bedeutet allgemein erst einmal Folgendes: alle Abläufe werden durch Digitalisierung verändert und neu gestaltet. Diese Entwicklung kommt heutzutage von selbst. Social Media Kanäle, Sensoren an Produktionsmaschinen oder andere “Datensammler” sorgen für diese Veränderung. In den Unternehmensprozessen fallen mehr und mehr Daten an und diese Informationen geben bessere Einsichtsmöglichkeiten über den einzelnen Prozess, woraus man dann schnell Rückschlüsse auf Veränderungspotentiale ableiten kann. Das entscheidende Element im gesamten Umdenkprozess ist die Bereitschaft, sich für neue Ideen zu öffnen, die den traditionellen Vorstellungen, auf denen eine Branche und ein Unternehmen beruht, wahrscheinlich widersprechen werden.

Wie stellt man sich nun auf die Veränderungen ein und verändert seine Unternehmensprozesse? Immer mehr etablierte Unternehmen bemühen sich mittlerweile, mit den schnellen Veränderungen unserer digitalen Zeit Schritt zu halten. Der Umdenkprozess umfasst verschiedene Stufen:

  1. Analysieren der Grundeinstellungen und Grundprinzipien im Unternehmen.
  2. Veranschaulichung der Vorgehensweisen im Unternehmens bezogen auf die Wertschöpfung. Alle Vorgehensweisen sollten kritisch reflektiert werden, da Sie oftmals von Branchenüblichen Praktiken beeinflusst werden
  3. Festlegung neuer, weiterentwickelter Grundprinzipien. Diese sollten dem digitalen Zeitalter, den Zielen es Unternehmens und der zukünftigen Ausrichtung gerecht werden.
  4. Umsetzung der veränderten Rahmenbedingungen. Das Unternehmen sollte nach und nach “modernisiert” werden und sich den aktuellen Herausforderungen stellen.

Fazit: Die digitale Transformation ist unausweichlich. Unternehmen müssen sich weiterentwickeln um auch in Zukunft im Wettbewerb mithalten zu können. Ein Marktvorteil entsteht immer häufiger durch die Auseinandersetzung mit den aktuellen Entwicklungen rund um Big Data, IoT und Business Intelligence.

 

Quelle und ¹ nach Harvard Business Manager, Barry Libert, Megan Beck und Yoram (Jerry) Wind, Stand: 28.09.2016