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I want hue – Farbenblindheit und Farbenschwäche in Power BI richtig berücksichtigen

Der Einsatz von Business Intelligence (BI) und Business Analytics (BA) erlaubt es, viele wichtige Daten zu erheben, die alle Abläufe in einem Unternehmen erfassen. Daraus lassen sich zum Beispiel Rückschlüsse sowohl auf die Produktionsprozesse als auch auf die Absatzzahlen, die Kundenbindung und viele weitere Details ziehen. Durch die Verwendung von künstlicher Intelligenz (KI) ist es damit auch möglich, verlässliche Prognosen zu erstellen. Auf diese Weise lassen sich die Auswirkungen von Unternehmensentscheidungen deutlich besser abwägen. Aus diesem Grund ist BI, BA und KI in vielen Betrieben bereits zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel geworden.

Wenn Sie sich mit dem Thema Business Intelligence befassen, stehen meistens die Daten im Mittelpunkt. Ein häufig unterschätztes Thema ist hingegen die grafische Aufbereitung der Daten. Doch auch hierbei kommt es immer wieder zu Fehlern. Insbesondere die farbliche Gestaltung weist manchmal erhebliche Mängel auf. Diese mögen zwar auf den ersten Blick nur von geringer Bedeutung erscheinen. Doch können sie erhebliche Auswirkungen darauf haben, welchen Erfolg der Einsatz von BI hat. Daher befassen wir uns in den folgenden Abschnitten mit der Bedeutung der Farben bei der Verwendung von BI.

Daten grafisch aufbereiten – unverzichtbar für die Verwendung von BI

Bevor wir uns dem speziellen Thema der Farben bei der Verwendung von Business Intelligence zuwenden, wollen wir an dieser Stelle erst einmal ganz allgemein auf die Bedeutung der grafischen Aufbereitung der Daten eingehen. Diese stellt einen zentralen Aspekt bei der Nutzung von BI dar. In diesem Bereich werden häufig Tausende oder gar Millionen einzelner Daten ausgewertet. Diese alle einzeln zu begutachten, ist praktisch unmöglich. Sicherlich ist es an vielen Stellen sinnvoll, Durchschnittswerte zu bilden und die Werte in etwas größeren Zeiträumen zusammenzufassen, um die Anzahl der Einzelwerte zu reduzieren. Dennoch bleibt die Datenmenge sehr hoch. Im Bereich von Business Intelligence ist beispielsweise die Entwicklung der Kennzahlen im zeitlichen Verlauf von großer Bedeutung. Das bringt es jedoch mit sich, dass hierbei viele Einzelwerte für die entsprechenden Zeitpunkte benötigt werden.

Aus diesem Grund ist es wichtig, die Daten grafisch aufzubereiten. Wenn Sie den zeitlichen Verlauf eines bestimmten Werts anhand eines Diagramms darstellen, lassen sich die Tendenzen auf einen Blick erkennen. Sicherlich ist es an manchen Stellen auch wichtig, konkrete Werte vorzugeben. Doch lassen sich auch diese hervorragend in ein Diagramm einbinden. Aufgrund der enormen Datenmengen, die für BI zum Einsatz kommen, ist die grafische Aufbereitung hierbei unverzichtbar, um die Inhalte schnell zu erfassen.

Farben für die Informationsübermittlung verwenden

Bei Farben handelt es sich um eine spezielle Ausprägung des Lichts. Dieses stellt wiederum eine elektromagnetische Welle dar. Deren Frequenz bestimmt den Farbton. Ist diese besonders hoch, erscheint das Licht violett. Ist sie hingegen sehr niedrig, entsteht ein roter Farbton.

Für das Erstellen von Schaubildern und Diagrammen spielen Farben eine wichtige Rolle. Beispielsweise sind sie in Diagrammen, die den Verlauf mehrerer Werte abbilden, sehr hilfreich, um die Daten auseinanderzuhalten. Wenn Sie alle Linien in der gleichen Farbe darstellen, ist es schwierig zu erkennen, welchen Inhalt sie darstellen.

Darüber hinaus wird vielen Farben intuitiv eine wichtige Bedeutung zugewiesen. Bei positiven Geschäftszahlen spricht man beispielsweise davon, dass sich diese “im grünen Bereich” befinden. Daher ist es sinnvoll, diese in grüner Farbe darzustellen. Der Begriff “rote Zahlen” steht hingegen für Verluste. Daher werden negative Ergebnisse normalerweise in Rot dargestellt. Über diese allgemeine Symbolik hinausgehend spielt auch das Corporate Design eines Unternehmens eine wichtige Rolle. Wenn Sie die Farben, die die Darstellung Ihrer Marke prägen, auch für Ihre Reports verwenden, wirkt das professionell und erweckt einen positiven Eindruck.

Farbschwäche und Farbenblindheit – häufig unterschätzte Probleme

Obwohl die Verwendung von Farben für die Gestaltung der Reports sehr hilfreich und praktisch unverzichtbar ist, stellt sie auch eine der häufigsten Fehlerquellen dar. Beispielsweise berücksichtigen viele Anwender bei der Gestaltung der Reports nicht, dass diese auch für Menschen mit einer Farbsinnstörung geeignet sein sollten. Normalsichtige Personen sind sich dieses Problems häufig nicht bewusst. Doch ist der Anteil der Personen, die Probleme beim Erkennen einer Farbe hat, recht hoch – insbesondere bei Männern. Er liegt hierbei bei rund 8 Prozent. Bei Frauen ist der Anteil mit 0,5 Prozent hingegen deutlich geringer. Dennoch zeigen diese Werte, dass die Wahrscheinlichkeit, dass einer Ihrer Kollegen Ihre Reports nicht richtig verstehen kann, recht hoch ist, wenn Sie die falschen Farben verwenden.

Die Farbsinnstörung ist in zwei Bereiche aufgeteilt. Zum einen gibt es die sogenannte Farbschwäche. Das bedeutet, dass eine Person eine Farbe oder ein bestimmtes Farbspektrum beschränkt oder überhaupt nicht wahrnehmen kann. Besonders häufig ist dies bei roter Farbe der Fall. Doch gibt es auch viele Menschen, die etwa blaue oder braune Gegenstände nicht richtig wahrnehmen können. Auch die Ausprägung der Farbschwäche kann ganz unterschiedlich sein.

Zum anderen gibt es die komplette Farbenblindheit – wissenschaftlich als Achromatopsie bezeichnet. Davon spricht man, wenn eine Person überhaupt keine Farben erkennen kann. Diese Farbsinnstörung ist jedoch ausgesprochen selten.

Wenn Sie Schaubilder und Grafiken erstellen, sollten Sie insbesondere darauf achten, die Farben Rot und Grün nicht zu mischen. Den meisten Menschen mit Farbsinnstörung haben gerade mit der Kombination dieser beiden Farben Probleme. Damit auch Personen mit einer anderen Ausprägung der Farbschwäche Ihre Grafiken interpretieren können, ist es außerdem wichtig, auf einige weitere Regeln zu achten. Beispielsweise ist es immer sinnvoll, mit möglichst kontrastreichen Farben zu arbeiten. Diese erleichtern die Wahrnehmung. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, verschiedene Verläufe zusätzlich durch weitere Merkmale zu markieren – beispielsweise durch eine unterschiedliche Linienstärke. Wenn Sie in Ihrem Report auf die Symbolfarbe Rot nicht verzichten möchten, können Sie die entsprechende Linie beispielsweise etwas dicker darstellen. Auf diese Weise wird sie auch für Personen mit Rotschwäche hervorgehoben. Um die einzelnen Verläufe auseinanderzuhalten, bieten sich auch gepunktete oder gestrichelte Linien an.

Weitere häufige Fehler bei der Auswahl der Farben

Viele Reports und Dashboards sind nicht nur für Menschen mit Farbsinnstörung schwer zu erkennen. Häufig kommt es beispielsweise vor, dass eine Grafik durch den Einsatz zu vieler ähnlicher Farben unübersichtlich wird. Das ist oftmals der Fall, wenn darin sehr viele verschiedene Verläufe dargestellt werden. Wenn Sie diese jeweils mit einer verschiedenen Farbe markieren, sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Linien so gering, dass es schwer ist, die Inhalte wahrzunehmen. In diesem Fall ist es wichtig, sich zu überlegen, welche der dargestellten Werte von besonderer Bedeutung ist. Diese können Sie dann mit kräftigen Farben hervorheben. Weniger relevante Zusatzinformationen bleiben dann mit dezenten Farben im Hintergrund.

Darüber hinaus ist ein konsequenter Einsatz der Farben sehr wichtig. Wenn beispielsweise der Umsatz in einer Grafik in roter Farbe dargestellt ist, in der nächsten hingegen in Grün und abschließend noch in Gelb, wirkt das uneinheitlich und verwirrend. Daher sollten die Farben über den gesamten Report hinweg stets die gleiche Bedeutung haben.

Eine professionelle Farbgestaltung ist für BI-Reports unverzichtbar

Das Detail der richtigen Farbgebung mag auf den ersten Blick nicht allzu wichtig erscheinen. Allerdings kann es einen großen Einfluss auf die Wirkung Ihres Reports haben. Deshalb ist es auch hierbei sehr wichtig, sich intensiv damit auseinanderzusetzen. Das Tool Power BI von Microsoft gibt Ihnen hierfür vielfältige Möglichkeiten.

Wenn Sie sich für die Einrichtung Ihres BI-Systems an amexus wenden, profitieren Sie von einem starken Partner, der auch in diesem Bereich eine hohe Expertise aufweist. Selbstverständlich stehen auch bei uns die Daten im Mittelpunkt. Wir verfügen  auch über spezialisierte Fachkräfte im Bereich der grafischen Darstellung. Daher sorgen wir dafür, dass Ihre Reports einen ausgezeichneten Erkenntnisgewinn bieten – auch für Menschen mit Farbschwäche.

Dennis Hoffstädte

Dennis Hoffstädte

Keynote Speaker | Impulsgeber | The Plumber of Data Science

Dennis ist Bereichsleiter für den Geschäftsbereich Business Analytics bei amexus. Er unterstützt Kunden im Zuge der digitalen Transformation bei der Etablierung einer Data Driven Culture.