Unternehmen, die Ihren wirtschaftlichen Erfolg immer mehr durch Ihre Daten gestalten, stehen vor einer großen Herausforderung: Daten pflegen, Daten weiterentwickeln und vor allem eine verlässliche und gute Stammdatenqualität schaffen. Stammdaten sind für ein Unternehmen eine abteilungsübergreifende Erfolgskomponente und sind am Unternehmenserfolg ebenso beteiligt wie die Datenanalyse und das Ergebnis aus dieser. Verlässliche Unternehmensentscheidungen können ausschließlich auf Grundlage qualitativer Stammdaten getroffen werden, da die Daten und Erkenntnisse nur so wertorientiert genutzt werden können. Das BARC (Business Application Research Center) aus Würzburg hat genau diese Erkenntnis in seiner Studie „Datenqualitäts- und Stammdatenmanagement in Big-Data-Szenarien“ aufgenommen und untersucht.

Die Digitalisierung der Geschäftswelt und allgemein unserer heutigen Gesellschaft stellt neue Anforderungen an die Datennutzung und -auswertung und stellt damit das Datenmanagement an eine Schlüsselposition. Diese Digitalisierung  sorgt für eine wachsende Bedeutung der Daten und deren Nutzung. „Dem Datenmanagement und insbesondere seiner Disziplin des Stammdatenmanagements kommt somit heute eine Schlüsselposition zu“¹, resümiert BARC. Stammdaten sind die Grundinformationen über alle betrieblich relevanten Kunden, Lieferanten, Produkte, etc.. Nach BARC sind drei Säulen für gute Stammdaten unerlässlich, die ich heute gerne näher betrachte: Organisation, Prozesse und Technologie.

Erfolgsfaktor Organisation

Hier geht es in erster Linie um die Nutzung von Daten als Wertschöpfungsfaktor. Durch Rollenverteilung im Unternehmen mit Aufgaben und Zuständigkeiten für Mitarbeiter wird das Datenmanagement auf organisatorisch feste Grundsätze gestellt. Typische Rollen sind z.b. der Data Owner (im Fachbereich), Data Manager (meist in der IT) und Data User (im Fachbereich und in der IT). Die Mitarbeiter sollen natürlich ein Verständnis für Daten mitbringen, ein Verständnis für die Nutzung von Daten und ein Verständnis für die Chancen mit Daten. Nur so können Potenziale erkannt und im Endeffekt auch genutzt werden. Werden Potenziale erkannt, können im Nachgang auch neue und datengetriebene Prozesse installiert und durchgeführt werden.

Erfolgsfaktor Prozesse

Alle Mitarbeiter sind auch durch Ihre Rollen in diverse Prozesse eingebunden.  Zu den Hauptaufgaben gehören die Bestimmung von Datenquellen, deren Auswahl und die Bewertung der ausgewählten Daten. Des Weiteren selbstredend die Pflege von Daten und Regeln, die Priorisierung von Projekten, der Betrieb datennutzender Systeme sowie schließlich das Monitoring der Datenqualität. Projekte kommen dabei aus verschiedensten Bereichen. Es können zum einen BI-Projekte wie bpsw. die Schaffung eines DATA Warehouses oder von DATA Maten sein und zum anderen natürlich Qualitätsprojekte wie z.B. die Bereinigung von Stammdaten oder das Zusammenführen von Daten. Wichtig sind natürlich dann noch die Projekte zur Dateninterpretation und Datennutzung zur letztendlichen Entscheidungsfindung.

Erfolgsfaktor Technologie

Die Technologie, sprich die eingesetzte Software soll die ersten beiden Erfolgsfaktoren unterstützen. Bei Dateneingabe kann schon ein Dublettencheck gegen bestehende Daten automatisiert durchgeführt werden. So lassen sich fehlerhafte und fehlende Daten schnell bereinigen. Durch BI-Tools wie Tableau oder Yellowfin können in vorliegenden Daten schnell Strukturen und Muster erkannt werden. Um Datenqualität und -Quantität zu verbessern bietet es sich an Workflows zur Qualitätssicherung bei den einzelnen Mitarbeitern zu hinterlegen. Da sich der Datenbestand ständig verändert und neue Datenarten hinzukommen, gewährleistet dies die Qualität der Daten.

Wie gehe ich vor um die Stammdaten auf ein qualitativ hohes Niveau zu bekommen

Um Stammdaten auf das erforderliche Qualitätsniveau zu bringen, ist ein Stammdaten-Projekt bzw. mehrere erforderlich. Zunächst müssen die Mitarbeiter und Verantwortlichen für die Herausforderung eine gute Stammdatenqualität zu erreichen, sensibilisiert werden. Anschließend gilt es, eine Strategie zu entwickeln, in der die Ziele definiert sowie Aufgaben nach Organisation, Prozessen und Technik festgehalten werden. Zu guter Letzt sollte ein Zeitplan festgelegt werden und anhand von Meilensteinen ein Monitoring auf die Projekte geschaffen werden.

Quelle und Fußnote ¹: Initiative Mittelstand Stammdatenmanagement ist in Zeiten von Big Data unerlässlich vom 05.02.2016