Wer einen Informatiker im Bereich Business Analytics schon mal belauschen konnte, hat mit Sicherheit Begriffe wie “Metadaten” und “Masterdaten” gehört. Aber was genau bedeuten diese Begrifflichkeiten? Im Laufe meiner Arbeit als IT-Consultant im Bereich Business Analytics sind mir die unterschiedlichsten Definition zu Ohren gekommen. Hier möchte ich euch – aus meiner Sicht – die “besten” Definitionen vorstellen. Beide stammen aus Fachbüchern und können selbst noch einmal in dem jeweiligen Buch nachgeschlagen werden.

Informell definiert man Metadaten als “Daten über Daten”, also Daten, die andere (Nutz-) Daten beschreiben oder einordnen, sie besser verständlich machen, ihre Struktur darstellen usw. Diese Definition unterstellt, daß es andere Daten gibt (oder gab oder geben wird, der Zeitpunkt ist unerheblich) und daß die Metadaten einen vorhandenen Informationsbedarf stillen. Der Begriff Metadaten ist alt, er wird immer wieder in neuen Kontexten und in neuen Variationen benutzt. Er ist ferner mit weiteren komplexen Begriffen wie Metaschema, Metamodell und Meta-CASE verbunden. Schließlich ist die Trennung zwischen Daten und Metadaten nicht immer eindeutig. Dies alles erklärt die regelmäßig auftretenden Konfusionen um diese Begriffe. “Allgemein gesagt liefern Metadaten sowohl eine betriebswirtschaftlich-semantische als auch eine technisch-strukturelle Beschreibung der Daten. Sie dienen der Dokumentation der Informationsobjekte, insbesondere hinsichtlich ihrer Speicherparameter, Herkunft, Struktur, Zusammensetzung und inhaltlichen Beschreibung. Neben betriebswirtschaftlich relevanten Fragestellungen wie die Definition oder Kalkulationsvorschriften von Kennzhalen können so auch technische Informationen wie Aktualisierungszeitpunkt oder Datenherkunft eines Reporrts bereitgestellt werden.” (vgl. Analytische Informationssysteme (2002), Seite  99)

Master Daten hingegen werden häufig auch als Stammdaten bezeichnet. Sie sind die Kerndaten, die in einem bestimmten Geschäft oder in einer bestimmten Unternehmensabteilung wesentlich für die Geschäftsprozesse sind. Sie liefern grundlegende Informationen über betriebliche Objekte wie Produkte, Liferanten, Kunden. Die Verkaufspreise von Produkten sind beispielsweise Stammdaten. “Der Begriff Stammdaten kommt aus der Informatik (Datenmanagement) und der Betriebswirtschaft. Es werden Daten bezeichnet, die Grundinformationen über betrieblich relevante Objekte (Produkt, Lieferant, Kunde, Mitarbeiter) enthalten (z.b. Bezeichnungen und Preise, Rabattvereinbarungen, Namen und Adressen, Eintrittsdatum), die zur laufenden (periodischen) Verarbeitung erforderlich sind. Sie werden deshalb auch statische Daten, Grunddaten oder Referenzdaten genannt.” Stammdaten bleiben im Volumen über den Zeitablauf relativ konstant und weisen eine vergleichsweise geringe Änderungshäufigkeit auf. Eine spezielle Form von Stammdaten sind Referenzdaten. Diese dienen ausschliesslich der Klassifizierung von Stammdatenobjekten. (Zwischenbetriebliches Stammdatenmanagement (2008), Seite 19)